Erinnerungsarbeit

Im Sinne des memory work setzen wir uns mehrere Wochenenden lang zusammen, er erzählt, ich schreibe auf, frage nach und versuche, dem Ganzen etwas Struktur zu geben. Vergrabene Erinnerungen kommen wieder ans Licht, eine stößt die nächste an. Eine Reise mit literarisch ungewissem Ausgang. Inspiriert vor allem durch die Erfahrung, dass uns nicht nur die eigene, sondern auch die Herkunft der Eltern prägt. Bestätigt und ermuntert durch das Buch „Wir Kinder der Kriegskinder“ (ich) und „Die vergessene Generation. Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen.“ (mein Vater).

 

Meine Großtante Anni ist eine der letzen aus unserer Verwandtschaft, die sich noch wirklich an die Zeit in Elbing erinnern kann, wo mein Vater herkommt. Deshalb befrage ich sie dazu, solange noch Zeit ist. Schließlich ist sie schon 91! Aber topfit und unglaublich liebenswürdig.