Aus Trauer wird Liebe.

Das Thema Trauer hat mich immer wieder beschäftigt. Vor allem rund um den Winterabschied, aber auch in meiner Arbeit im Evangelischen Medienhaus. Ich sprach mit Magda Goldner, die den Holocaust überlebt hat. Ich fuhr am Tag des Amoklaufs nach Winnenden und fühlte mich ganz schön unwohl als ungebetener Beobachter. Später traf ich Eltern der Opfer, die die „Stiftung gegen Gewalt an Schulen“ gründeten und sich in dem Zusammenhang über Öffentlichkeitsarbeit freuten.

Einmal interviewte ich ein junges Ehepaar, das ihre Zwillige tot geboren hat und von der damit verbunden Trauer erzählte, gemeinsam mit dem begleitenden Krankenhausseelsorger. Dies dann in die privatfunkmäßige Vorgabe von anderthalb Minuten zu quetschen schien mir der Geschichte nicht angemessen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass die Betroffenen den Beitrag dann doch als ebendies empfanden.

All diese Begegnungen und Gespräche haben mich viel mehr beschäftigt und begleitet als „nur“ beruflich.

Ein anderer Beitrag ging über die Ausstellung „Ein Koffer für die letzte Reise“. Menschen wurden gefragt, was sie bei ihrem Tod gern von dieser Welt mitnehmen würden, wenn sie könnten. Deren Koffer zeigte die Ausstellung.

Ein Koffer für die letzte Reise

Damit aus meiner Trauer Liebe wird
Der Psychologe und Theologe Roland Kachler hat vor wenigen Jahren einen viel beachteten neuen Ansatz in der Trauerarbeit entwickelt. Die Auseinandersetzung damit war für mich sehr interessant und für die eigene Trauer sowie in Gesprächen mit Trauernden bereichernd. Die Trauer, sagt er, ist eine Schwester der Liebe. Und der Verstorbene muss nicht vergessen werden, wie es früher oft hieß, sondern darf und soll einen guten Platz im Leben finden.
Bei einer Lesung von Roland Kachler ist dieser Beitrag entstanden. 

Trauer wird Liebe

Trauerkultur
Ebenfalls um eine neue Kultur des Trauerns geht es bei diesem Beitrag, spezifisch für Menschen mit Behinderung. Denen blieb das Abschiednehmen lange Zeit verwehrt. Der Pfarrer Hans Heppenheimer, der in „Mariaberg“, einer Einrichtung für behinderte Menschen arbeitet, unterstützt diese durch Feste und Rituale und hat dabei entdeckt: die können das ja oft viel besser als „normale“ Menschen, denn sie sind emotional begabt.

Trauerkultur

über dieses Thema habe ich auch einen Artikel geschrieben.